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Nikodemus Werk
Zeit schenken


Besondere Konzepte brauchen engagierte Unterstützung

Der Förderkreis des Hauses Aja Textor-Goethe berichtet aus seiner Arbeit

Noch vor Fertigstellung und Bezug des Hauses Aja wurde der Förderkreis gegründet, nämlich im Dezember 1984. Eine Gruppe engagierter Menschen suchte nach einem Weg, um das Haus und die anthroposophisch ausgerichtete Pflege und Betreuung im Hause zu unterstützen und zu fördern und einen Kreis von Gleichgesinnten anzusprechen, die dieses große Anliegen finanziell unterstützen würden. Zu diesen Persönlichkeiten der ersten Stunde zählten Frau Krauch, Frau Fritzsch, Frau Böttcher und Herr Schiersmann, um nur einige zu nennen. Zum Teil sind sie heute noch aktiv und engagieren sich in der Arbeit des Förderkreises.

„Das Haus“ ist zunächst einmal das Gebäude. Mit liebevollem Blick bemüht sich der Förderkreis zu schauen, was fehlt, um den Stil des Hauses, das meint Lebensqualität, Geborgenheit und Hülle, zu bewahren und weiter zu entwickeln. Im Laufe der Jahre kam da einiges zusammen: Sitzgruppen, Sonnenschirme, Rollstuhlrampe, Cafeteria-Möblierung, der Pavillon im Garten, Tische, Bilderrahmen, Pflanzen und Bänke, um hier nur eine kleine Auswahl zu nennen.

„Das Haus“ sind aber neben Gebäude und Garten vor allem auch die „Mitarbeiter“. Denn eines ist klar: Lebensqualität, Geborgenheit und Hülle kann nur mit kompetenten und motivierten Mitarbeitern gelebt werden. Daher ist einer unserer weiteren Förderschwerpunkte die finanzielle Unterstützung bei Fortbildungen und Tagungen der Mitarbeiter, zum Beispiel der Reise der Fachseminaristen nach Dornach und der Fortbildung „Pflegerische Gesten“, auch in Dornach. Und natürlich gehört zu unserem Tätigkeitsbereich die Ausrichtung der Mitarbeiter-Weihnachtsfeier, mit der wir einmal im Jahr „Danke“ sagen und ausdrücklich die Arbeit der Mitarbeiter würdigen möchten.

„Das Haus“ sind aber ganz besonders die Menschen, die hier leben. Seit Jahren erhalten beispielsweise die Bewohner der Pflegebereiche Öldispersionsbäder, die vom Förderkreis finanziert werden. Diese Bäder, die über das Maß des Notwendigen und Verordneten hinausgehen, können von den Pflegemitarbeitern nach Bedarf sozusagen als „Verwöhnbad“ zusätzlich eingesetzt werden. Pro Pflegebereich kommt der Förderkreis für ein Bad in der Woche auf. Die Mitarbeiter entscheiden dann, welcher Bewohner dieses Bad bekommen soll. Davon profitiere der betroffene Bewohner, aber auch die Mitarbeiter, die dadurch mehr Zeit für die anderen Bewohner haben. Auch  über die Finanzierung des „Abendliedes“ – Musizieren auf den Bereichen –  durch Mitarbeiterinnen des Therapeutikums bemühen wir uns seit Jahren den Bewohnern zusätzlich „Zeit zu schenken.“

Angesichts der immer knapper werdenden Mittel, die einem Pflegeheim aus der Regelfinanzierung zur Verfügung stehen und der damit verbundenen Zeitknappheit der Mitarbeiter, möchten wir genau hier im kommenden Jahr einen Schwerpunkt setzen. Unter dem Motto „Zeit schenken“ planen wir gerade diejenigen Anwendungen aus den Bereichen anthroposophischer Pflege und Therapie zu unterstützen, die normalerweise dem Rotstift zum Opfer fallen: Rhythmische Einreibungen mit naturbelassenen Produkten, Fußbäder, Fußeinreibungen, Wickel und Auflagen.

Wir möchten Sie mit diesem Artikel als Auftakt zu der Serie „Zeit schenken“ einladen, diese speziellen Anwendungen aus Sicht der Betroffenen noch besser kennenzulernen. Freuen Sie sich jetzt schon auf die nächste Ausgabe des Haus-Kuriers mit einer Beschreibung der Öldispersionsbäder von unseren „Badefeen“ Petra Bernstein und Siglinde Betge.

Für den Förderkreis: Thea Bartjes und Brigitte Lehmann

Besondere Konzepte brauchen engagierte Unter­stützung:
„Zeit schenken“ mit Ihrer Spende!

Bank für Sozialwirtschaft
Konto 800 33 00, BLZ 550 205 00 

Neues im Haus Aja Textor-Goethe
Neues im Haus Aja Textor-Goethe

* Donnerstag 24. Mai 16:30 Uhr „Kunststationen“ - Eröffnung der Bilderausstellung von Susanne Weber (Mitarbeiterin in Aja's Gartenhaus), anschließend Rundgang durch das Haus zu Skulpturen u.a. von Gisela Weber und Cornelia Falkenhan

* "Altwerden - Gunst oder Kunst?" Was bedeutet "Altersweisheit" heute - und was kann ich selber im Sinne einer "geistigen Altersvorsorge" dazu beitragen? Diesen Fragen widmete sich der 6. Tag der Alterskultur am 24. 3. 2012. Mehr in der Tagungsdokumentation...

* Die nächste Gelegenheit, das Haus im Rahmen einer Führung kennenzulernen: Freitag, 15. Juni um 14 Uhr, Treffpunkt im Foyer. Sonderführungen sind kurzfristig auf Anfrage möglich: 069-530 93-203

* Für unsere Betreuten Wohnungen gibt es leider lange Wartezeiten - aber in einem unserer Pflegebereiche gibt es derzeit einen freien Platz. Nähere Infos: Johannes Riesenberger Tel. 069-530 93-203

* 16. April 2012: der neue Haus-Kurier erscheint - er kann gerne tel. angefordert werden unter 530 930

* 27.7.2011: Haus Aja Textor-Goethe und Aja's Gartenhaus werden nach ausführlicher Begutachtung erneut als "verbraucherfreundliches Heim" ausgezeichnet. Mehr auf www.heimverzeichnis.de

* 11. Mai 2011: "sieben auf einen Streich..." - 7 Mitarbeiter/innen des MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen) stehen um 8:30 Uhr vor der Tür, um die unangemeldete "Qualitätsprüfung" gem. § 113 SGB XI durchzuführen. Die Ergebnisse liegen drei Wochen später vor: Mehr...

* FAZ-Journalistin Dr. Nadja Wolf hat unsere Mitarbeiterin Ulrike Welsch einen Frühdienst lang im Pflegebereich "Betula" begleitet, um den Reformbedarf der Pflegeversicherung alltagsnah zu erfahren. Ihr Bericht erschien am 12.1.2011.

* Aja's Gartenhaus erhielt Preis der Erich und Liselotte Gradmann-Stiftung (Demenz-Support/Stuttgart) für "vorbildliche Milieugestaltung für Menschen mit Demenz". Mehr... 

* Pressebericht über den Stadtteil-Spaziergang mit historischen Anekdoten für EhrenamtlicheMehr...

* MDK-Pflegenoten - Sinn und Unsinn: Was sagen sie aus über gelebte Qualität in der Pflege? Mehr ...

* Man bekommt sehr viel Dankbarkeit zurück
Die Arbeit einer Altenpflegerin ist körperlich und seelisch anstrengend - für vier Auszubildende in der Senioren-Wohngemeinschaft Haus Aja Textor Goethe ist es dennoch ihr Traumberuf. Bericht der FAZ

* Verleihung des Altenhilfepreises der Stadt Frankfurt an das Haus Aja Textor-Goethe durch die Frankfurter Sozialdezernentin Frau Prof. Dr. Daniela Birkenfeld. Informationen auf unserer Seite "Ehrenamt"


 



Aktuelles aus Sozialpolitik und Wissenschaft
Aktuelles aus Sozialpolitik und Wissenschaft

"Alterskultur statt Pflegenot(en)"

Seit 2010 werden alle Pflegeeinrichtungen einem "Pflege-TÜV" unterzogen - dieses extrem bürokratische System steht derzeit aufgrund umfangreicher Schwachstellen zur Reformierung an. In einer vom Nikodemus-Werk in Auftrag gegebenen Studie werden diese systembedingten Schwachstellen zusammengefasst und praktikable Alternativen aufgezeigt. Lesen Sie mehr:
-Offener Brief zur dringend notwendigen PTV-Reform"
- Studie: Mut zum Neubeginn in der PTV-Reform: statt "Pflegenot(en) endlich Alterskultur entwickeln!

 

*Hirnforschung*

In ihrem Artikel fasst Dr. Silke Kirch, Geisteswissenschaftlerin und Kunsttherapeutin, die neuesten Erkenntnisse aus der Hirnforschung zusammen. Eindrucksvoll und verständlich erläutert die Autorin, wie das Hirn sich bis ins fortgeschrittene Alter weiter entwickeln kann und wie wichtig emotionale Bindungen als Schutz vor biologischen Stressfaktoren sind.

 

*Kunsttherapie bei Demenz*

„Nicht nur Menschen mit Demenz profitieren“ von der Kunsttherapie, denn in der gemeinsamen kreativen Arbeit erfahren alle Menschen einen Zugewinn. Voraussetzung ist, dass Räume für Begegnung geschaffen werden, in denen Menschen mit und ohne Demenz zusammentreffen können. Das DRK Bremervörde hat ein solches Angebot sichergestellt. Das „Offene Atelier“ wird von Michael Ganss, u. a. Kunsttherapeut, Gerontologie und Herausgeber der Zeitschrift Demenz. DAS MAGAZIN, in einem sehr lesenswerten Artikel vorgestellt.

 

*Leben ist wie Zeichnen, nur ohne Radiergummi*

Der Professor im Fachbereich Künstlerische Therapien in Alfter, Albrecht Warning, bricht eine Lanze für einen der natürlichsten Prozesse: das Altern. Leben ist wie Zeichnen, nur ohne Radiergummi beschreibt eindrucksvoll, wie sich der Mensch im Laufe seines Lebens verändert, was das für Ärzte und Therapeuten bedeutet, wie der alternde Mensch dies wahrnimmt und zuweilen von seinen daraus resultierenden Ängsten befreit werden muss.

 

*Leben ist jetzt*

Silke Kirch lässt in einem Artikel Leben ist jetzt eine Bewohnerin des Hauses Aja Textor Goethe in Frankfurt zu Wort kommen. Die optimistische 84jährige zählt zu den jüngeren Bewohnern des Hauses, doch alt gefühlt hat sie sich noch nie. Bei gleichaltrigen Promis im Fernsehen fällt ihr nur ein: „Wie sehen die denn aus?“ Ihr Leben hat sie gelehrt, dass es nicht darum geht, vor anderen zu bestehen, sondern nur vor sich selbst. Der Artikel hat auch der Interviewerin Mut gemacht: "Alles wird sich lösen"

 

*Billigpflege - ein folgenschwerer Irrweg*

Die Legalisierung ausländischer Billigpflegekräfte ist falsch. Wir - die Alten von morgen - werden das spüren. Mehr dazu im ZEIT-Artikel von Elisabeth Niejahr: „Bereut wird später“

Die Patientenverfügung

Vertrauen auf das, was ein Leben lebenswert macht

Mit dem Gesetz zur Patientenverfügung ist eine Diskussion in Gang gekommen, die weiter darüber hinaus geht, ob bestimmte Handlungen oder der Lebensschutz für den Arzt bindend sind. Angelika Sandtmann, 48, Germanistin und Philosophin, geht als Redakteurin der Zeitschrift „Die Drei“ den Fragen „Wie wollen wir sterben“ und „Wohin führt der Schmerz“ nach.

Kritisch sieht sie in der Buchbesprechung, dass Patienten nur als Krankheitsträger betrachtet werden; die Medizin den Menschen hinter seinen Organen und Organsystemen vernachlässigt. Sie fordert eine neue Sterbekultur, das Sterben als Wesentlich-Werden zu betrachten und wirft die Frage auf, ob man lernen kann, mit Schmerz umzugehen. Den Beitrag finden Sie in der anthroposophischen Kulturzeitschrift "Die Drei" (November 2010).


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