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Was sagen „Pflegenoten“ über die Qualität eines Hauses aus?
Medienberichte über skandalöse Zustände in Heimen und ambulant betreute ältere Menschen haben die Öffentlichkeit immer wieder beunruhigt. Die für die Entwicklung einer "Pflegekultur" zuständige Bundesregierung hat im Jahr 2008 nach kontroverser Debatte beschlossen, die Qualität von ambulanten Diensten und Heimen nicht durch zusätzliches Personal zu verbessern, sondern durch jährliche unangemeldete Qualitätskontrollen des MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen) und die Einführung von fachlich sehr umstrittenen "Pflegenoten". Wie die übrigen ca. 22.000 deutschen Pflegeeinrichtungen werden auch wir seither einmal jährlich unangemeldet von mehreren Prüfern (beim letzten Mal waren es sieben) auf Basis einer über 100-seitigen Prüfanleitung untersucht.
Natürlich freuen wir uns, wenn wir auch hier (unsere Arbeit wurde bereits anderweitig mehrfach ausgezeichnet) mit einer „sehr guten“ Note abschneiden - sie bestätigt immerhin, dass wir wissen, was der MDK unter „guter“ Qualität versteht, und dass unsere Mitarbeiter in der Lage sind, diese vom MDK definierte „Qualität“ nachweislich zu erbringen.
Leider halten „Pflegenoten“ aber nicht, was sie versprechen: Alle bisherigen wissenschaftlichen Untersuchungen (zuletzt: Deutsches Institut für angewandte Pflegeforschung www.dip.de) wie auch zahlreiche Gerichtsurteile stellen fest, dass dieses Prüfsystem nicht die gesetzlich geforderte Ergebnis- und Lebensqualität in einer Einrichtung abbilden kann – bei aller fachlich unstrittigen Kompetenz der einzelnen Prüfer/innen. Kein Wunder: In der Benotung dürfen nur schriftliche Dokumente berücksichtigt werden – das, was die Prüfer atmosphärisch erleben, die Art und Weise der gelebten Beziehungsqualität spielt so gut wie keine Rolle. "Wir sollen Akten pflegen, nicht die Menschen" heißt es in der Fachpresse (Näheres: s. www.moratorium-pflegenoten.de oder www.haus-aja.de/qualitaet. 864.0.html). Eigentlich schade: Geschätzte 110 Mio. € Beitragsmittel jährlich und unzählige Mitarbeiterstunden (auch in unserem Haus) fließen in die Bedienung dieses Systems - Geld und Zeit, die wir viel lieber in die unmittelbare Begleitung unserer Bewohner investiert sehen möchten.
Lassen Sie sich von „Pflegenoten“ allein also nicht blenden – auch nicht von unseren!
Was wirklich zählt, ist die gelebte Beziehungsqualität im Alltag. Wir laden herzlich dazu ein, diese selbst bei uns zu erleben!





