Einrichtungsfinder

Niederlande Schleswig-Holstein Niedersachsen Berlin Nordrhein-Westfalen Hessen Sachsen Bayern Baden-Württemberg Schweiz

Nikodemus Werk
Qualität


Seit Einführung der Pflegeversicherung ist das Thema "Qualität in Pflegeheimen" sehr aktuell. Gehäufte Medienberichte über Misstände haben dazu geführt, daß seit 2002 durch Bundesgesetze die Kontrollvorschriften kontinuierlich verstärkt wurden. So sind alle Pflegeeinrichtungen schon seit 2004 verpflichtet, ein "einrichtungsinternes Qualitätsmanagement" (QM) nachzuweisen, "das auf eine stetige Entwicklung der Pflegequalität ausgerichtet ist". Seit 1.7.2009 ist der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) verpflichtet, in allen Pflegeeinrichtungen einmal jährlich eine unangemeldete Qualitätsprüfung durchzuführen, die in Form von fachlich sehr umstrittenen "Pflegenoten" im Internet und in der Einrichtung veröffentlicht werden. Mehr....

Das Haus Aja Textor-Goethe ist auf diese Entwicklung einerseits gut gerüstet, denn hier besteht das gesetzlich geforderte systematische "Qualitätsmanagement" bereits seit 1997, seit dem Jahr 2002 wird es in Verwaltung, Haustechnik  und Sozialdienst von externen Prüfern jährlich nach der international anerkannten Norm DIN ISO 9001 überprüft, seit 2007 alle Bereiche des Hauses zusätzlich regelmäßig nach den Vorgaben des "Nikodemus-Werk-Qualitätssiegels". Mehr...

Gelebte oder aufgeschriebene Qualität?

Andererseits stehen wir dem sozialpolitischen Projekt, Transparenz und Vergleichbarkeit durch ein aufwändiges System von "Pflegenoten" zu schaffen, die den Anschein von Objektivität suggerieren, sehr skeptisch gegenüber: Eine "Notengebung", die sich ausschließlich auf die (Pflege-) Dokumentation in einer Einrichtung stützt, spiegelt eine Wirklichkeit vor, die es (so) nicht gibt. Leben und Beziehungen finden nicht in der Dokumentation statt, und Dokumentation ist nicht per se ein Instrument der Qualitätssicherung. Die Glaubwürdigkeit einer Dienstleistung wird nicht dadurch gestärkt, dass sie aufgeschrieben ist, im Gegenteil: Wenn "Pflegenoten" nur durch penible Dokumentation zustande kommen, öffnet dies dem "strategischen Dokumentieren" Tür und Tor: Die schriftliche Eintragung garantiert nicht, daß eine Leistung wirklich (so) erbracht wurde. Diese Art der  "Qualitätssicherung" durch Notengebung belohnt das "Schaulaufen" und verschleiert eher den Blick auf die wirkliche, gelebte Qualität in einer sozialen Einrichtung.

Im Haus Aja Textor-Goethe verstehen wir unter Qualitätssicherung daher einen Prozess, der zwar nicht ohne schriftliche Dokumentation auskommt, sich aber vorrangig auf gelingende Beziehungsqualität und eine hohe Lebenszufriedenheit konzentriert. Verwendet wird seit 1997 das im Auftrag des Bundesforschungsministeriums entwickelte GAB-Verfahren.
Im Kern geht es bei der Qualitätssicherung (wir sprechen lieber von "Qualitätsentwicklung") immer um zwei Aufgaben:
- 1. klärt man, welche Qualität man eigentlich in seiner Arbeit erreichen möchte (Qualitätsziele, bei uns in Form von Leitbildern, Konzepten oder Handlungsleitlinien).
- 2. geht es darum, regelmäßig auf die eigene Arbeit zurückzublicken und sich zu fragen, wie nah man in seinem tatsächlichen Handeln den eigenen Qualitätszielen gekommen ist, oder wo man die eigene Arbeitsqualität weiter verbessern sollte. Dies geschieht in Form von Qualitätszirkeln, kollegialer Beratung, systematischer Selbstevaluation oder auch systematische Einholung von Fremdbeurteilungen (z.B. über schriftliche Befragungen).
Für beides - Zielsetzungen wie kritische Selbstreflexion - beschreibt das GAB-Verfahren strukturierte Vorgehensweisen. Die regelmäßige Qualitätsarbeit wird durch geschulte Mitarbeiter moderiert und im Qualitätssicherungshandbuch dokumentiert.

Dabei ist es uns wichtig, dass die Qualitätsziele (Handlungsleitlinien) nicht ausschließlich von außen (Behörden, MDK) vorgegeben werden, sondern von den Teams entsprechend dem Leitbild des Hauses selbst entwickelt werden können. Daher beteiligen sich alle Mitarbeiter (nicht nur die Leitung) an der Qualitätsarbeit und ihrer Selbstbewertung. Schließlich wird die Qualitätarbeit so weit wie möglich in die bestehenden Arbeits- und Besprechungs- bzw. Konferenzstrukturen integriert, so dass nur wenig zeitlicher Zusatzaufwand entsteht.
Qualität ergibt sich nämlich nach unserem Verständnis nicht dadurch, dass man sie aufschreibt, sondern dass man sie immer mehr im Sinne der Qualitätsziele zu leben vermag (Lern- und Entwicklungsansatz). Das GAB-Verfahren macht daher eine Einrichtung wie das Haus Aja Textor-Goethe zu einer "Lernenden Organisation", die ständig in Bewegung bleibt.

Das GAB-Verfahren wurde im Rahmen eines vom Bund geförderten Forschungsprojekts in den Jahren 1995-1997 im Haus Aja Textor-Goethe speziell für die Bedürfnisse sozialer und pädagogischer Einrichtungen entwickelt. Es wird inzwischen in über 300 Einrichtungen der Alten- , Behinderten- und Jugendhilfe, in Schulen, Kindergärten und Krankenhäusern sowie im Einzelhandel praktiziert, erfüllt alle gesetzlichen Anforderungen und ist für den, der das möchte, nach ISO 9001 zertifizierbar.

Nähere Informationen bei der GAB-Gesellschaft für Ausbildungsforschung und Berufsentwicklung, Lindwurmstr. 41-43, 80337 München, Tel. 089 / 2441 791-0, Fax  2441 791-15 , E-Mail : info(at)gab-muenchen.de , Internet : www.gab-verfahren.de

Hintergrundbericht: Geprüfte Leistung - Der Frankfurter Pflegeheimvergleich. Ein Werkstattbericht. Doppelpunkt 2/2003, Vincentz-Verlag/Hannover

Neues im Haus Aja Textor-Goethe
Neues im Haus Aja Textor-Goethe

* "Altwerden - Gunst oder Kunst?" Was bedeutet "Altersweisheit" heute - und was kann ich selber im Sinne einer "geistigen Altersvorsorge" dazu beitragen? Diesen Fragen widmet sich der 6. Tag der Alterskultur am Samstag, 24. März 2012 von 10-15:30 Uhr. Mehr...

* Die nächste Gelegenheit, das Haus im Rahmen einer Führung kennenzulernen: Samstag, 24. März (im Rahmen des Tags der Alterskultur) sowie am Freitag, 13. April um 14 Uhr, Treffpunkt im Foyer. Sonderführungen sind kurzfristig auf Anfrage möglich: 069-530 93-203

* Für unsere Betreuten Wohnungen gibt es leider lange Wartezeiten - aber in einem unserer Pflegebereiche gibt es derzeit einen freien Platz. Nähere Infos: Johannes Riesenberger Tel. 069-530 93-203

* 8. Februar 2012: der neue Haus-Kurier erscheint - er kann gerne tel. angefordert werden unter 530 930

* 27.7.2011: Haus Aja Textor-Goethe und Aja's Gartenhaus werden nach ausführlicher Begutachtung erneut als "verbraucherfreundliches Heim" ausgezeichnet. Mehr auf www.heimverzeichnis.de

* 11. Mai 2011: "sieben auf einen Streich..." - 7 Mitarbeiter/innen des MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen) stehen um 8:30 Uhr vor der Tür, um die unangemeldete "Qualitätsprüfung" gem. § 113 SGB XI durchzuführen. Die Ergebnisse liegen drei Wochen später vor: Mehr...

* FAZ-Journalistin Dr. Nadja Wolf hat unsere Mitarbeiterin Ulrike Welsch einen Frühdienst lang im Pflegebereich "Betula" begleitet, um den Reformbedarf der Pflegeversicherung alltagsnah zu erfahren. Ihr Bericht erschien am 12.1.2011.

* Aja's Gartenhaus erhielt Preis der Erich und Liselotte Gradmann-Stiftung (Demenz-Support/Stuttgart) für "vorbildliche Milieugestaltung für Menschen mit Demenz". Mehr... 

* Pressebericht über den Stadtteil-Spaziergang mit historischen Anekdoten für EhrenamtlicheMehr...

* MDK-Pflegenoten - Sinn und Unsinn: Was sagen sie aus über gelebte Qualität in der Pflege? Mehr ...

* Man bekommt sehr viel Dankbarkeit zurück
Die Arbeit einer Altenpflegerin ist körperlich und seelisch anstrengend - für vier Auszubildende in der Senioren-Wohngemeinschaft Haus Aja Textor Goethe ist es dennoch ihr Traumberuf. Bericht der FAZ

* Verleihung des Altenhilfepreises der Stadt Frankfurt an das Haus Aja Textor-Goethe durch die Frankfurter Sozialdezernentin Frau Prof. Dr. Daniela Birkenfeld. Informationen auf unserer Seite "Ehrenamt"


 



Feuilleton
Feuilleton

*Hirnforschung*

In ihrem Artikel fasst Dr. Silke Kirch, Geisteswissenschaftlerin und u. a. Kunsttherapeutin, die neuesten Erkenntnisse aus der Hirnforschung zusammen. Eindrucksvoll und verständlich erläutert die Autorin, wie das Hirn sich bis ins fortgeschrittene Alter weiter entwickeln kann und wie wichtig emotionale Bindungen als Schutz vor biologischen Stressfaktoren sind.

 

*Kunsttherapie bei Demenz*

„Nicht nur Menschen mit Demenz profitieren“ von der Kunsttherapie, denn in der gemeinsamen kreativen Arbeit erfahren alle Menschen einen Zugewinn. Voraussetzung ist, dass Räume für Begegnung geschaffen werden, in denen Menschen mit und ohne Demenz zusammentreffen können. Das DRK Bremervörde hat ein solches Angebot sichergestellt. Das „Offene Atelier“ wird von Michael Ganss, u. a. Kunsttherapeut, Gerontologie und Herausgeber der Zeitschrift Demenz. DAS MAGAZIN, in einem sehr lesenswerten Artikel vorgestellt.

 

*Leben ist wie Zeichnen, nur ohne Radiergummi*

Der Professor im Fachbereich Künstlerische Therapien in Alfter, Albrecht Warning, bricht eine Lanze für einen der natürlichsten Prozesse: das Altern. Leben ist wie Zeichnen, nur ohne Radiergummi beschreibt eindrucksvoll, wie sich der Mensch im Laufe seines Lebens verändert, was das für Ärzte und Therapeuten bedeutet, wie der alternde Mensch dies wahrnimmt und zuweilen von seinen daraus resultierenden Ängsten befreit werden muss.

 

*Leben ist jetzt*

Silke Kirch lässt in einem Artikel Leben ist jetzt eine Bewohnerin des Hauses Aja Textor Goethe in Frankfurt zu Wort kommen. Die optimistische 84jährige zählt zu den jüngeren Bewohnern des Hauses, doch alt gefühlt hat sie sich noch nie. Bei gleichaltrigen Promis im Fernsehen fällt ihr nur ein: „Wie sehen die denn aus?“ Ihr Leben hat sie gelehrt, dass es nicht darum geht, vor anderen zu bestehen, sondern nur vor sich selbst. Der Artikel hat auch der Interviewerin Mut gemacht: "Alles wird sich lösen"

 

*Billigpflege - ein folgenschwerer Irrweg*

Die Legalisierung ausländischer Billigpflegekräfte ist falsch. Wir - die Alten von morgen - werden das spüren. Mehr dazu im ZEIT-Artikel von Elisabeth Niejahr: „Bereut wird später“

Die Patientenverfügung

Vertrauen auf das, was ein Leben lebenswert macht

Mit dem Gesetz zur Patientenverfügung ist eine Diskussion in Gang gekommen, die weiter darüber hinaus geht, ob bestimmte Handlungen oder der Lebensschutz für den Arzt bindend sind. Angelika Sandtmann, 48, Germanistin und Philosophin, geht als Redakteurin der Zeitschrift „Die Drei“ den Fragen „Wie wollen wir sterben“ und „Wohin führt der Schmerz“ nach.

Kritisch sieht sie in der Buchbesprechung, dass Patienten nur als Krankheitsträger betrachtet werden; die Medizin den Menschen hinter seinen Organen und Organsystemen vernachlässigt. Sie fordert eine neue Sterbekultur, das Sterben als Wesentlich-Werden zu betrachten und wirft die Frage auf, ob man lernen kann, mit Schmerz umzugehen. Den Beitrag finden Sie in der anthroposophischen Kulturzeitschrift "Die Drei" (November 2010).


Lesen Sie hier mehr…