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Wohngruppen für Menschen mit Demenz

Altwerden in einer "kleinen Großfamilie" - Wolfgang Schwarzmeier

Unser Altwerden kann mit besonderen Schwierigkeiten verknüpft sein. Manchmal werden wir heute sehr alt. Es ist normal, dass wir vergesslich werden. Wir wissen nicht mehr, wo wir die Brille hingelegt haben, wir wissen nicht, warum ein geliebtes Foto nicht da liegt, wo es immer gelegen hat, und wem wir es wohl geliehen haben.
Diese Vergesslichkeit kann so stark zunehmen, dass die eigenen Verwandten, das eigene Zuhause, das Gestern und das Morgen nicht mehr richtig erkannt werden. Man sagt dann, der alte Mensch sei altersverwirrt, er habe Demenz, Alzheimer oder sonst etwas.

Wir können erkennen: Der alte Mensch hat vor allem eines: Er hat Angst. Die gewohnte Orientierung an den Dingen, den Menschen und in der Zeit wird unsicher und schwankend. Der Mensch wird orientierungslos.

Diesen Menschen wollen wir ein neues beschütztes Zuhause geben. Eine "kleine Großfamilie" mit 8 Bewohnern lebt in einer schönen und leicht überschaubaren Wohnung zusammen. Das Wichtigste an der neuen Wohnung ist der große Gemeinschaftsbereich. Hier können alle zusammenkommen und die ganze Vielfalt des Tages erleben. Hier ist immer ein/e MitarbeiterIn da, die das beruhigende Gefühl des "Ich bin da" ausstrahlt. "Ich bin da" Dieses Zauberwort spricht jede Mutter, wenn ihr Kind Angst hat. "Ich bin da". Dieses Wort steht schon am Anfang des Alten Testamentes. "Ich bin da". Dies ist auch das Zauberwort für die architektonische und personelle Gestaltung unseres neuen Hauses. Keine langen Flure. Kein entfernter Speisesaal, keine undurchschaubaren Verwaltungswege. Alles tut der/die Mitarbeiter/in im großen Gemeinschaftsbereich. Vor den Augen der Bewohner. Alle sind dabei.

Das Frühstück wird in der Küche zubereitet, frischer Kaffeeduft steigt in die Nase. Nach dem Frühstück wird Wäsche gewaschen, gebügelt und zusammengelegt. Bald ist es Zeit, das Mittagessen zu kochen. Das Mittagsschläfchen findet mitunter auf dem Sofa statt. Und danach freut man sich auf den Besuch zum Kaffeetrinken und eine Partie "Mensch ärgere dich nicht". Man ist beieinander.

Die "kleine Großfamilie" wird gerne von den Angehörigen besucht. Man kennt sich gegenseitig. Manche Angehörigen, die sich vorher überfordert gefühlt haben, helfen plötzlich tatkräftig an allen Ecken und Enden mit! In einer Wohngruppe lebt eine kleine Katze, die gleichzeitig springlebendig und schmusebedürftig die Herzen der Menschen berührt. Wenn es abends besonders gemütlich wird, setzten wir uns auf die Ofenbank, lesen vor, singen und erzählen. Man träumt von manchen Kindheitserinnerungen. Nun kann sich jeder Bewohner in sein Schlafzimmer zurückziehen. Die Nachtwache ist für alle da.