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SinnesgartenOrt der RuheGartenhausFrühlingserwachen

Das Konzept

Hausgemeinschafts-Wohnungen

Seit Juli 2007 steht auf dem Grundstück zwischen dem Haus Aja Textor-Goethe und der Waldorfschule Frankfurt "Aja's Gartenhaus". In vier 400 qm großen Wohnungen sind jeweils 8 pflegebedürftige Menschen beheimatet - insbesondere ältere Menschen mit so genannten "dementiellen" Erkrankungen.

Als „guter Nachbar“ sind die Wohngruppe unterm Dach mit ihren neun „jungen Alten“ dort ebenfalls präsent. In der Raumordnung, der Organisation der Arbeitsabläufe und der Tagesgestaltung sowie der Personalausstattung orientieren wir uns an den Empfehlungen des Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) und des Arbeitskreises Hessischer Hausgemeinschaften. So ist jede Wohnung mit acht Einzelzimmern inklusive Duschbad ausgestattet. Hier können sich die Bewohner in ihre Privatsphäre zurückziehen. Verlassen sie ihr Zimmer, sind sie unmittelbar wieder Teil der überschaubaren, vertrauten Gemeinschaft, die als „lebendige Mitte“ in der großzügigen Wohnküche und dem Wohnzimmer lebt.

Die Tagesgestaltung

Acht Menschen leben miteinander – Leben, das heißt Mahlzeiten zubereiten, Essen, Spülen, Kuchen backen, Zeitung lesen, Schuhe putzen, Wäsche falten, Balkonkästen bepflanzen, Freunde empfangen… Es findet in den Wohnungen ein ganz normaler Alltag statt mit dem Brodeln der Kaffeemaschine, dem Geruch des brutzelnden Schnitzels oder den Händen im Kuchenteig. Gerade für Menschen mit Demenz hat diese Alltagsnormalität eine elementare Bedeutung. Die vertrauten Aktivitäten sind Anker und Halt in einer Welt, die immer weniger verstanden,durchschaut und kontrolliert werden kann. Dort, wo wir die Menschen oft nicht mehr auf der Verstandesebene erreichen,können wir durch bekannte alltägliche Abläufe Vertrautheit und Geborgenheit vermitteln

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Herzstück einer jeden Wohngruppe ist die Lebensbegleiterin (Präsenzkraft). Von früh morgens bis spät abends ist eine Lebensbegleiterin in den Gemeinschaftsräumen anwesend. Sie unterstützt die alten Menschen als „Alltagsmanagerin“, so wie es zuhause möglicherweise die Ehefrau, die Tochter oder der Sohn machen würden. Die Lebensbegleiterin muss dabei ein wahrer Tausendsassa sein. Im Äußeren beherrscht sie das Führen eines 8-Personenhaushaltes ebenso wie das notwendige grundpflegerische Knowhow.

Angehörige, Freunde und Ehrenamtliche

Ein nicht unwesentliches Merkmal von Hausgemeinschaften ist die Integration von Angehörigen und Freunden der Bewohner. Sie stellen einen wesentlichen Bezug zum früheren Leben der Betroffenen dar und sind wertvolle Kenner der Lebensgeschichte.

Es ist uns wichtig, Angehörige und Freunde organisch je nach Fähigkeiten, Wünschen und Vorlieben in den Alltag zu integrieren. So ist es zum Beispiel denkbar, dass der handwerklich begabte Sohn einer Bewohnerin mit zwei interessierten Mitbewohnern am Samstagvormittag ein Vogelhäuschen für den Winter anfertigt.

Der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt, alles kann, nichts muss sein. In diesem Zusammenhang erhält auch Ehrenamtlichkeit und bürgerschaftliches Engagement von Dritten eine große Bedeutung. Die 32 in Aja's Gartenhaus lebenden Menschen werden von einer Gruppe von rund 25 Ehrenamtlichen regelmäßig unterstützt. Sei es ein Klavierspieler, der einmal wöchentlich zum gemeinsamen Singen vorbeikommt oder die " Kuchenfee", die regelmäßig samstags in der Wohngruppe "Christiane" mit den Bewohnerinnen Kuchen backt, der im Anschluß beim gemeinsamen Kaffeeklatsch mit dem Ehemann der "Kuchenfee" verspeist wird.

Für das "Konzept das quartiersbezogenen Freiwilligenmanagement" erhielt das Haus Aja Textor-Goethe den Altenhilfe Preis der Stadt Frankfurt für das Jahr 2007.