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Die Wohngruppe unterm Dach

Die Wohngruppe unterm Dach ist das erste Förderprojekt der Friedrich Schorling Stiftung, einer gemeinnützigen Stiftung für neue Lebens-, Arbeits- und Wohnformen (Gründungsjahr 2004). Die Mitglieder der von der Stiftung geförderten Gemeinschaften verpflichten sich, ehrenamtliche Arbeit in gemeinnützigen Tätigkeitsfeldern zu leisten und sich verantwortlich in einen solidarischen Arbeits-, Wohn- und /oder Lebenszusammenhang hineinzustellen.

Wir haben unser Kapital in unterschiedlicher Höhe als Schenkung und zinslose Darlehen in die Friedrich Schorling Stiftung eingebracht. Sie hat damit im Dachgeschoss des Neubaus von Aja’s Gartenhaus neun abgeschlossene Eineinhalb-Zimmer-Wohnungen und einen Ge-meinschafts- und Versammlungsraum gebaut, die sie an uns vermietet. – In den unteren zwei Stockwerken unterhält das Alten- und Pflegeheim Haus Aja Textor-Goethe vier Wohn¬gemeinschaften für je acht an Demenz erkrankte Menschen.

Wir sind sechs Frauen und drei Männer im Alter zwischen 67 und 79 Jahren. Wir wohnen, leben und arbeiten zusammen, gestalten unser Älterwerden bewusst, pflegen Gemeinschaft, übernehmen Verantwortung füreinander und tragen unser Schicksal gemeinsam.Wir übernehmen ehrenamtliche Aufgaben im Alten- und Pflegeheim Haus Aja Textor-Goethe und in Aja’s Gartenhaus, um das Leben der dort betreuten Menschen zu erleichtern, zu verschönern und zu bereichern, je nach deren Bedarf und unseren Möglichkeiten.Die neun Wohnungen, die die Friedrich Schorling Stiftung gebaut hat, sind auf nicht abseh-bare Zeit belegt. Wir suchen jedoch Menschen, die unsere Idee der Stiftung mittragen und aktiv mitgestalten, ehrenamtliche Aufgaben übernehmen und die Stiftung finanziell unter-stützen.Gern beraten wir Gruppen, die den Stiftungsgedanken mit ihrem Wohnkonzept verbinden wollen.

Hier erhalten Sie weitere Informationen über unsere Wohngruppe

Die Wohngruppe

Die Ursprünge unserer Wohngruppe gehen zurück bis zum Jahre 1996, als sich etwa 7 Menschen trafen, die meisten waren Mitarbeiter aus dem Haus Aja Textor Goethe, um gemeinsam nach einer neuen, altersübergreifenden Wohnform zu suchen. Wir sammelten Berichte von Wohninitiativen in Europa, beschäftigten uns mit der sozialen Dreigliederung Rudolf Steiners und entwickelten Zukunftsvisionen. Im Laufe der Zeit kamen neue Mitglieder hinzu, andere haben sich aus beruflichen oder familiären Gründen verabschiedet. Ein konkretes Projekt war lange nicht in Sicht. 

Als dann im Sommer 2001 das Sozial-Pädagogische Zentrum e.V. (Betreiberverein von Haus Aja Textor-Goethe) beschloss, das Nachbargrundstück zu kaufen und dort Aja’s Gartenhaus zu bauen, sahen wir unsere große Chance gekommen. Zu diesem Zeitpunkt waren wir 5 Frauen und zwei Männer zwischen 56 und 68 Jahren, also eine Gruppe von „jungen Alten“, die sich zum Teil neu zusammengefunden hatte. Wir waren wild entschlossen, das Dachgeschoss des neuen Hauses zu erwerben. Nach einigen Verhandlungen konnten wir die Verantwortlichen im Haus Aja von unserer Idee überzeugen und so entstanden die ersten Architektenentwürfe für 7 Wohnungen unterm Dach, jede ca. 50 Quadratmeter groß, und einen ebenso großen Gemeinschaftsraum mit Küche. Über die Gestaltung unseres zukünftigen Zusammenlebens waren wir uns bis auf Details immer einig:

  • Wir wollen unser Alter gemeinsam gestalten
  • wir wollen uns gegenseitig unterstützen, um so lange wie möglich auf Hilfe von außen verzichten zu können
  • wir wollen im Studium der Anthroposophie weiterkommen
  • und was ganz wichtig ist – wir wollen uns ehrenamtlich engagieren im Haus Aja und vor allem in Aja’s Gartenhaus

und wir wollen den unter uns wohnenden Menschen mit Demenz ein guter Nachbar sein und eine Brücke zwischen Haus Aja und Aja’s Gartenhaus bilden.

Die große Frage war nur: Wie sollen wir unser zukünftiges Domizil finanzieren? Wir hatten zwar alle etwas fürs Alter gespart, aber das war bei einigen kaum der Rede wert. In unserer ersten Klausurtagung im Vogelsberg über Silvester 2001 erlebten wir dann eine wahre Sternstunde. Als der Punkt Finanzierung auf der Tagesordnung stand, legte jeder das, was er beitragen konnte, auf den Tisch, bildlich gesprochen natürlich, und wie ein Wunder bekamen wir so viel zusammen, wie 7 Wohnungen und ein Gemeinschaftsraum unserer Meinung nach kosten würden. Es war uns ganz klar, dass wir keine Eigentumsanteile erwerben wollten, sondern einen Teil unseres Geldes als Schenkung einbringen und einen Teil als zinsloses Darlehen, das später an unsere Kinder ausgezahlt werden sollte. Wir wollten etwas Zukünftiges schaffen und sicherstellen, dass unsere Impulse später auch von Menschen weitergetragen werden können, die vielleicht nur über geringe oder gar keine finanziellen Ressourcen verfügen. Die Gründung einer Stiftung schien uns Garant dafür. Aber das war gar nicht so einfach. Wir mussten nämlich sehr viel Überzeugungsarbeit bei der Stiftungsaufsicht leisten. Denn schließlich passten wir nicht in das übliche Konzept. Unsere Stiftung wollte ihr Grundstockvermögen nicht anlegen, um Zinsen zu erwirtschaften, mit denen die Ziele der Stiftung verwirklicht werden, wie das normalerweise üblich ist. Wir wollten auf andere Weise unseren Beitrag für die Gesellschaft leisten, und zwar in zweifacher Art. Zum einen wollten wir Wohnungen bauen, in denen Menschen Gemeinschaft pflegen, ihr Alter gemeinsam gestalten und sich gegenseitig unterstützen und helfen, um so möglichst lange auf Hilfe von außen verzichten zu können. Und zum anderen wollten wir das Ehrenamt fördern, indem sich alle Bewohner der Stiftungswohnungen verbindlich bereiterklären, ehrenamtlich tätig zu werden. 

Unsere Begeisterung für unser Vorhaben hat dann schließlich auch die Stiftungsaufsicht überzeugt, und wir erhielten am 1. April 2004 die Stiftungsurkunde und zeitgleich auch die vorläufige Anerkennung der Gemeinnützigkeit vom Finanzamt.