Die Aja-Textor-WohnGenossenschaft eG (in Gründung) will in den nordwestlichen Stadtteilen Frankfurts zukunftsorientierte Wohnprojekte für die ökologisch und sozial engagierten Bewerber*innen des Wohn-, Pflege- und Kulturzentrums „Haus Aja Textor-Goethe“  entwickeln und realisieren. In unserer stark durch Immobilienspekulation geprägten Metropole beteiligt sie sich mit innovativen Konzepten an kommunalen Wettbewerben zur Vergabe von geeigneten Baugrundstücken, um dort nicht-spekulative Wohnprojekte für Gemeinschaften zu realisieren – schwerpunktmäßig für die „Generation 50plus“, durch Integration von Wohnungen für Mitarbeiter*innen, Auszubildende und Student*innen in Pflege- und Sozialberufen durchaus auch generationenübergreifend.

Die Aja-Textor-WohnGenossenschaft eG setzt sich ein für wertschätzende Umgangsformen, praktizierte Achtsamkeit und gegenseitige Unterstützung, sie orientiert ihre Arbeit an Leitwerten von Nachhaltigkeit, Genügsamkeit, ökologischem Gleichgewicht, ökonomischer Sicherheit und sozialer Gerechtigkeit.

Die Vorgehensweise

Die Stadt Frankfurt wird in den nächsten Jahren verschiedene große Neubauareale erschließen. Auf der Basis eines Stadtverordnetenbeschlusses sollen dabei jeweils 15% der Grundstücksflächen für gemeinschaftliche und genossenschaftliche Wohnprojekte reserviert werden, die nicht mehr nach Höchstpreis, sondern im Konzeptverfahren vergeben werden sollen.

Das zwischen den Stadtteilen Frankfurter Berg und Bonames gelegene „Hilgenfeld“ ist das erste Neubaugebiet, in dem dieses Vergabekonzept bis Ende 2018 erstmalig umgesetzt wurde. Die Aja-Textor-WohnGenossenschaft eG nimmt mit partizipativ entwickelten Konzepten an den jeweiligen Wettbewerben teil und bewirbt sich um geeignete Grundstücke.

Innovatives Konzept

Entwickelt werden altersübergreifende Wohnprojekte mit attraktiven Rahmenbedingungen für ökologisch und sozial engagierte Menschen nach der Familienphase („50plus“). Bauweise (chemiefreies Vollholz, Regenwassernutzung, Solarstrom) und Baufinanzierung sollen höchsten ökologischen und sozialen Standards genügen, auch Raumkonzept (orientiert an Co-Housing bzw. Clusterwohnen) und Grünanlagen (urban gardening) sollen nachhaltige Formen nachbarschaftlicher Gemeinschaftsbildung anregen sowie Impulse für eine soziale Quartiersentwicklung und bürgerschaftliches Engagement setzen, z.B. durch integrierte Tagespflege und ambulanten Pflegedienst, Reparatur- und Stadtteil-Café mit Einkaufsmöglichkeit zur Nahversorgung, Ladestationen für Leih-E-Bikes und Carsharing-Elektroautos etc.. In die Wohnetagen eingestreute Kleinstwohnungen, insbesondere für Auszubildende und Jahres-Praktikant*innen oder Student*innen, vorwiegend aus Sozial- und Pflegeberufen, sowie Gästezimmer sollen für eine lebendige Altersmischung und kulturellen Austausch sorgen.

Angestrebt wird eine geografische Nähe zum Haus Aja Textor-Goethe und Rudolf Steiner Hause, damit die künftigen Nutzer*innen der Genossenschaftswohnungen die Gewähr haben, mit kurzen Wegezeiten an den besonderen sozialen und kulturellen Angeboten teilnehmen zu können.

Genossenschaftsgründung und –mitglieder

Die Bewerberliste für das Wohnangebot im Haus Aja Textor-Goethe wächst seit 2014 jährlich etwa um die Anzahl der insgesamt verfügbaren Wohnungen. Mit der vom Rechtsträger des Hauses Aja Textor-Goethe (Gründungsmitglied) initiierten Gründung der Aja-Textor-WohnGenossenschaft eG werden den aktuell ca. 550 Bewerber*innen für gemeinschaftliches und altersgerechtes Wohnen zusätzliche Möglichkeiten eröffnet, an weiteren Standorten ähnlich attraktive nachhaltige Wohn- und Lebensformen zu entwickeln und aktiv mitzugestalten. Gemeinsame Anliegen sind neben einer hohen Bereitschaft zu bürgerschaftlichem Engagement und aktiver Nachbarschaftshilfe ein starkes Interesse an ethischem Umgang mit finanziellen und natürlichen Ressourcen, an nachhaltig ökologischer Lebensführung sowie einer dialogischen Gesprächskultur „auf Augenhöhe“.

Die Rechtsform der Genossenschaft bietet allen an gemeinschaftlichen und altersgerechten Wohnkonzepten interessierten Privatpersonen und institutionellen Förderern einen ausgezeichneten Rahmen, Miteigentümer und Mitgestalter an diesem Projekt zu werden. So können eigene Lebenserfahrungen und soziale wie ökologische Gestaltungsimpulse fruchtbar und nachhaltig wirksam werden.

Zeitplan und Finanzierung

Die Aja-Textor-WohnGenossenschaft eG wird in der ersten Phase eine nachhaltig partizipative, an den Kompetenzen der künftigen Nutzer*innen orientierte Projektentwicklung veranlagen. Im zweiten Schritt, nach erfolgreichem Durchlaufen von Wettbewerbsverfahren und erfolgter Grundstücksvergabe wird in der Bauträgerschaft der Aja-Textor-WohnGenossenschaft eG ein sozialverträgliches einkommensorientiertes Mietniveau garantiert, das sich nicht an hohen Renditezielen, sondern an einer transparenten Kostenmiete orientiert. Über genossenschaftsinterne Solidarmodelle sowie über Wohnbaufördermittel des Landes Hessen und der Stadt Frankfurt wird auch Wohnraum für Bewerber*innen mit geringem Einkommen entstehen.

In der Projektentwicklungsphase wird die Hauptaufgabe der Aja-Textor-WohnGenossenschaft eG darin bestehen, sich in anstehenden Wettbewerben erfolgreich um die Vergabe geeigneter Baugrundstücke zu bewerben.

Jede Beteiligung an der Aja-Textor-WohnGenossenschaft eG durch Zeichnung von Genossenschaftsanteilen versetzt uns in die Lage, die entsprechenden Vorlaufkosten zu finanzieren und bringt uns dem „enkeltauglichen“ Wohnen im Hilgenfeld näher.